Zucchini-Schwemme: schnelle Rezepte für zu viel Zucchini

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Zwei Pflanzen. Nur zwei. Und trotzdem stapeln sich ab Mitte Juli die Zucchini in meiner Küche, als hätte ich ein ganzes Feld bestellt. Kennst du das? Die Schwemme fragt nicht, ob du gerade Lust auf Zucchini hast. Sie kommt einfach.

Die gute Nachricht: Zucchini ist das dankbarste Gemüse, das dein Beet hergibt. Sie muss nicht geschält werden, sie gart schnell, und sie nimmt jeden Geschmack an, den du ihr gibst. Hier kommen meine zehn Rezepte, mit denen bei uns jeder Ernteeimer leer wird. Alle familientauglich, alle ohne Spezialgeräte, die meisten in unter 30 Minuten auf dem Tisch.

Ein Hinweis vorweg, der einzige ernste in diesem Text: Schmeckt eine Zucchini beim Probieren deutlich bitter, wirf sie weg. Bitterstoffe gehören nicht in den Topf, auch nicht kleingeraspelt und versteckt. Alles andere ist erlaubt, auch die krummen Exemplare.

Welche Zucchini für welches Rezept?

Kurzer Blick auf den Ernteeimer, bevor es losgeht. Die kleinen Früchte bis 20 Zentimeter sind die besten: fest, feinkernig, aromatisch. Die nimmst du für alles, was roh oder kurz gebraten wird, also Salat, Blitzpfanne und Grill. Die mittleren wandern in Puffer, Suppe und Auflauf. Und die Brocken, die sich eine Woche unterm Blatt versteckt haben? Die haben große Kerne und wattiges Fleisch, aber weggeworfen wird hier nichts: aushöhlen und füllen, oder das feste Randfleisch raspeln und den Rest kompostieren.

Schälen musst du übrigens keine einzige davon. Die Schale hält die Stücke in Form, und das meiste Aroma sitzt direkt darunter. Waschen, Enden abschneiden, fertig ist die Vorbereitung.

Der wichtigste Trick zuerst: raspeln, salzen, ausdrücken

Zucchini besteht zum größten Teil aus Wasser. Wer das ignoriert, bekommt matschige Puffer und wässrige Aufläufe. Deshalb bei allen Rezepten mit geraspelter Zucchini: grob raspeln, mit einem Teelöffel Salz mischen, zehn Minuten stehen lassen, dann portionsweise kräftig ausdrücken. Ein sauberes Geschirrtuch funktioniert dafür besser als jedes Sieb. Was danach übrig bleibt, ist konzentrierter Zucchinigeschmack statt Wasser.

1. Zucchinipuffer, das Einstiegsrezept

Zwei große Zucchini raspeln, salzen, ausdrücken. Mit zwei Eiern, vier Esslöffeln Mehl, einer geriebenen Zwiebel, Salz und Pfeffer verrühren. In heißem Öl portionsweise flach braten, drei bis vier Minuten pro Seite. Dazu Quark mit Knoblauch und Kräutern. Kein Dill mehr im Beet? Petersilie geht auch, Schnittlauch sowieso. Bei uns sind Puffer das Erste, was in der Saison auf den Tisch kommt, und das Erste, was die Kinder wieder einfordern.

2. Zucchini-Frittata aus einer Pfanne

Eine Zucchini in dünne Scheiben schneiden und in Olivenöl anbraten. Sechs Eier mit einem Schuss Milch, Salz, Pfeffer und geriebenem Käse verquirlen, über die Zucchini gießen. Deckel drauf, zehn Minuten bei kleiner Hitze stocken lassen. Fertig ist ein Abendessen für vier, das auch kalt am nächsten Tag noch schmeckt. Reste vom Vortag, ein paar gewürfelte Kartoffeln oder Tomaten, alles darf mit rein.

3. Blitzpfanne mit Knoblauch und Zitrone

Das schnellste Rezept der Liste. Zucchini in Halbmonde schneiden, in heißem Olivenöl fünf Minuten kräftig anbraten, damit sie Farbe bekommt statt Wasser zu ziehen. Zwei gehackte Knoblauchzehen dazu, eine Minute mitbraten, dann Zitronensaft, Salz und Pfeffer. Passt zu Nudeln, zu Reis, zu gebratenem Fisch oder einfach auf geröstetes Brot mit Frischkäse.

4. One-Pot-Pasta mit Zucchini

Eine Zwiebel und zwei gewürfelte Zucchini in Öl anbraten. 400 Gramm kurze Nudeln, 800 Milliliter Gemüsebrühe und eine Dose gehackte Tomaten dazu, alles zusammen zwölf Minuten köcheln, ab und zu rühren. Zum Schluss geriebenen Käse unterheben. Ein Topf, ein Abendessen, kein Abwaschberg. An stressigen Tagen mein Standard.

5. Ofenzucchini vom Blech

Zucchini längs vierteln, mit Öl, Salz, Paprikapulver und getrocknetem Thymian mischen, auf ein Blech legen. Bei 220 Grad Ober- und Unterhitze etwa 20 Minuten rösten, bis die Kanten braun sind. Das Blech verträgt Gesellschaft: Paprika, Kartoffelspalten oder Champignons einfach dazulegen. Mit einem Klecks Joghurtsauce wird daraus ein komplettes Essen.

6. Zucchinisuppe, auch für den Vorrat

Eine Zwiebel anschwitzen, drei grob gewürfelte Zucchini und eine Kartoffel dazu, mit einem Liter Gemüsebrühe auffüllen und 15 Minuten kochen. Pürieren, mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken, einen Schuss Sahne dazu. Die Suppe ist deshalb so wertvoll, weil sie große Mengen schluckt und sich eingefroren hervorragend hält. Zwei Portionen essen, zwei wegfrieren.

7. Gefüllte Zucchini für die großen Exemplare

Für die Übersehenen, die plötzlich Zeppelingröße haben. Längs halbieren, das weiche Innere herauskratzen und hacken. Mit angebratenem Hackfleisch oder gekochtem Reis, Zwiebel, Tomatenmark und Gewürzen mischen, in die Hälften füllen, Käse darüber. Bei 200 Grad etwa 30 Minuten backen. Die Riesenzucchini haben mehr Kerne und weniger Aroma, als Gefäß mit Füllung sind sie trotzdem gut zu gebrauchen.

8. Zucchini statt Gurke: der Sommersalat

Roh funktioniert Zucchini besser, als viele denken, solange sie jung und klein ist. In feine Scheiben hobeln, salzen, zehn Minuten ziehen lassen und leicht ausdrücken. Mit Zitronensaft, Olivenöl, Pfeffer und gehobeltem Hartkäse anmachen. Wer mag, gibt geröstete Sonnenblumenkerne dazu. Schmeckt frisch, geht ohne Herd und rettet dich an heißen Tagen.

9. Zucchini-Schokokuchen, der Klassiker der Schwemme

Klingt komisch, funktioniert seit Generationen: 250 Gramm fein geraspelte Zucchini, diesmal ohne Ausdrücken, unter einen einfachen Schokorührteig heben. Die Raspel verschwinden beim Backen komplett und halten den Kuchen tagelang saftig. Meine erste Ladung war zu feucht, weil die Zucchini zu grob geraspelt war. Die zweite saß. Fein raspeln ist hier der ganze Trick.

10. Zucchini-Antipasti vom Grill

Zucchini längs in Scheiben schneiden, grillen oder in der Grillpfanne braten, bis sie Streifen haben. Noch warm in eine Marinade aus Olivenöl, Essig, Knoblauch und Kräutern legen. Im Kühlschrank durchziehen lassen. Hält dort mehrere Tage und macht aus Brot und Käse ein Abendessen. Wenn der Grill sowieso an ist, lege ich immer eine Ladung mit auf den Rost.

Der Wochenplan gegen die Schwemme

Falls du eher der Plan-Typ bist: So sieht eine Zucchini-Woche bei uns aus, ohne dass jemand meutert. Montag One-Pot-Pasta, Mittwoch Puffer mit Quark, Freitag Blechgemüse zu Gegrilltem, Samstag wird der Schokokuchen gebacken, und die Suppe köchelt nebenbei für das Gefrierfach. Das sind vier bis fünf Zucchini, verteilt auf eine Woche, und keine davon fühlt sich nach Pflichtprogramm an. Der Rest wird eingefroren oder verschenkt. Wobei, sind wir ehrlich: Im Juli haben die Nachbarn selbst welche.

Und wenn wirklich nichts mehr geht?

Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem auch das beste Rezept nicht mehr gegen das Beet ankommt. Dann wird eingefroren. Wie das sauber klappt, roh als Raspel oder blanchiert in Stücken, steht ausführlich in unserer Anleitung Zucchini einfrieren. Und was neben der Zucchini im Hochsommer sonst noch reif wird, zeigt der Überblick zum Saisongemüse im Juli.

Die Schwemme ist kein Problem. Sie ist ein Vorrat, der nur noch nicht weiß, was er werden will.

Quellen & Referenzen

Alle Angaben basieren auf wissenschaftlichen Quellen und langjähriger Praxiserfahrung unserer Experten.

  1. Behörde Zucchini – das Chamäleon in der Küche (BZfE)
  2. Behörde Bittere Kürbisse und Zucchini nicht essen (BZfE)